Die Trends.
288 Zeitungen aus 26 Ländern haben sich am 9. European Newspaper Award beteiligt. Stichworte sind Tabloid, Magazin, Konzept, Visualisierung, Mainstream.
Aus den Ergebnissen des 9. European Newspaper Award lassen sich folgende Trends ableiten:

Tabloid-Format. Dieser Trend ist übermächtig: Europas Zeitungen werden kleiner. Dieses Format ist in Österreich schon seit mehr als 100 Jahren „in“, z.B. durch die Kleine Zeitung. In der Schweiz machen die kostenlosen Tageszeitungen dieses Format populär. Nur in Deutschland sind vereinzelt Umstellungen auf das halbe Format zu beobachten, Beispiel Frankfurter Rundschau. Es ist abzusehen, dass in Deutschland Zeitungen, die noch im nordischen Format sind, aufs Tabloid- oder Berliner Format wechseln werden.

Farbe. Farbflächen sind noch selten zu sehen, aber aufgrund der besseren Farbdruck-Möglichkeiten ist hier mit einem stärkeren Trend in Richtung pastellfarbiger Farbflächen zu rechnen. Beispiel: Eleftheros Tipos, Athen oder De Morgen, Brüssel.

Ergänzungen, Grafiken. Ergänzungen zum Thema sind dagegen bei vielen Zeitungen zu sehen. Sie begleiten oft den Aufmacher und enthalten die Fakten oder interessante, wichtige Details. Auch Infografiken werden verstärkt eingesetzt. Man sieht es z.B. bei The Mayo News.

Fotos. nach wie vor größere Fotos, dafür weniger pro Seite.

Schriften. Europas kreative Vielfalt beschert jeder Zeitung eine eigene Schrift. Also ist liegt Vielfalt „in“. Dabei gibt es keinen Trend zum Retro-Design, aber überraschende Lösungen, wie z.B. eine Schrift namens „Britannic“ für Eleftheros Tipos. Die würde man eher als Beschriftung eines Nagel-Studios sehen, aber in Griechenland funktioniert sie.

Magazinige Zeitung. Dieser Begriff wurde durch den European Newspaper Award geprägt, denn gerade bei skandinavischen Zeitungen, die aufs Tabloid-Format gegangen sind, werden die Seiten zeitschriftenähnlich gestaltet, mit mehr Weißraum, stark aufgelockert.

Länderspezifisches. Es gibt eine Nord-Süd-Achse von Skandinavien zur iberischen Halbinsel.
Skandinavisches Design ist weltweit bekannt und die Klarheit ist auch bei der Zeitungs-Gestaltung sichtbar.
Die Kollegen auf der iberischen Halbinsel haben das Tabloid-Format sehr gut im Griff. Die plakativen Titelseiten und dasklare Design der Innenseiten sind vorbildlich.
Deutschland, Österreich, Schweiz liegen im Mittelfeld. Gegenüber anderen Ländern fehlt oft der letzte gestalterische Pfiff, die kreative Note, und sei es auch nur das extreme Bildformat und der harte Bildschnitt.
Großbritannien fällt wegen seiner nachrichtlichen Gestaltung auf. Die Seiten wirken spannend, packend. Man möchte anfangen zu lesen.
Die Jahrbücher Bisher sind sieben Jahrbücher zum Thema Konzeption und Design von Zeitungen in Europa erschienen. Ab Band 8 werden die Gewinner-Seiten als pdf auf CD-Rom vertrieben. Bestellung: www.newspaperaward.org.
Der Trend zum Tabloid.
Beim Jahrbuch des sechsten Wettbewerbs sieht man im Vergleich mit früheren Jahren ein größeres Tempo der Veränderungen.Der Trend zum Tabloid-Format ist offensichtlich. Schwerpunkte sind die Kategorien Titelseite, Sektions-Titelseiten, Infografiken, Beilagen und Olympiade Athen. Mehr als 500 Abbildungen geben dem Praktiker viele Anregungen für die eigene Arbeit.
Zeitungsdesign 6 , 140 Seiten, Softcover, ca. 550 Abbildungen, ISBN3-00-017171-1, zum Preis von 26 Euro, (40 Sfr.)
Die magazinige Zeitung.
Da viele Zeitungen in Europa zum Tabloid-Format übergegangen sind, ist ein deutlicherTrend in Richtung Magazin-Layout zu sehen. Die Wochenzeitung „Presso“ aus Helsinki ist ein ganz typisches Beispiel. Die 20 Kapitel mit ca. 650 Abbildungen zeigen die Trends und man sieht auch, wo man mit dem eigenen Produkt steht. Das Buch gibt Inspiration für eigene kreative Ideen.
Zeitungsdesign 7, 180 Seiten,
Softcover, ca. 650 Abbildungen, ISBN 3-00-020119-X, zum Preis von 35 Euro (56 Sfr.)
Der Autor
Norbert Küpper
hat mehr als 80 Zeitungen neu gestaltet.
Er hat Kunden in Deutschland und Österreich, aber auch in Tschechien, der Slowakei, Belgien, Italien, den Niederlanden.
2007 hat er u. a. das Mindener Tageblatt neugestaltet sowie die in Polen erscheinenden Tageszeitungen „Express“ und „Nowocsi“. Im Frühjar 2007 hat er den gesamten Anzeigenteil der Zeitungsgruppe WAZ neu gestaltet und eine begleitende Werbekampagne für die Anzeigenmärkte dieser Zeitungsgruppe entwickelt.

Kontakt:
Tel. +49/21 59/91 16 15
eMail: nkuepper@zeitungsdesign.de
Website: www.editorial-design.com